måndag 30 maj 2016

Pagan Metal von den fernen Inseln - die Band Tyr

In der letzten Sitzung haben wir uns mit den Texten der färöischen Band Tyr beschäftigt. Einige Teilnehmer hatten eine Analyse eines Liedertextes vorbereitet.
Wir begannen mit dem ersten Album von Tyr, "How Far To Asgaard" aus dem Jahr 2002. Das erste Lied heißt "Hail to the Hammer", die Musik und die Texte sind von Tyr und beruhen nicht auf traditionellem Liedgut. Es wird in Englisch gesungen. In dem Lied geht es, wie oft bei Tyr, um Wikinger, gefallene Krieger und die Kräfte der Natur. Frauen kommen nicht vor. Die Darstellung ist aber eher oberflächlich.
Es ging weiter mit einem anderen Lied von der ersten CD . Das Lied "Ormurin Langi" basiert auf einer färöischen Ballade und hat im Original 85 Strophen. Der Text stammt von Jens Christian Djurhuus (1773-1853), er war der erste Dichter, der auf färöisch schrieb. Tyr haben sowohl den Text als auch die Musik überarbeitet, es wird auf färöisch gesungen. Das Lied handelt von dem Schiff des norwegischen Königs Olav Tryggvason, der von 995 bis 1000 herrschte. Ormurin Langi heißt übersetzt lange Schlange. Der König und seine Mannschaft wurden bei der Seeschlacht von Svold von Dänen, Schweden und einem norwegischen Verschwörer besiegt uns sie begingen Selbstmord, indem sie über Bord sprangen.
Auch in diesem Lied geht es wieder um die für Tyr typischen Themen, Wikinger, Helden und die Natur. Wir haben uns ein Video mit einem Auftritt von Tyr beim jährlichen Musikfestival auf den Färöer angesehen, wie wir erkennen konnten, singen alle Zuschauer mit und haben offenbar großen Spaß an der Musik.
Als nächtes folgte ein Lied vom zweiten Album "Eric the Red" (2003), das den Wikinger Erik den Roten zum Thema hat, der 982 für drei Jahre aus Island verbannt wurde, weil er einen Mord begangen hatte. Das Lied heißt "Regin Smidur", der Text und die Musik stammen von Tyr, es wird auf färöisch gesungen. Dem Lied liegt eine färöische Sage zugrunde, die vom Thema her auf der Sigfried-Sage basiert. Die Geschichte wird in dem Lied nacherzählt und verkürzt zusammengefasst.
Aus dem Album "Land" (2008) folgte das Lied " Valkyrjan". In diesem Album beruhen alle Lieder auf traditionellen Balladen oder Volksliedern. In dem Lied "Valkyrjan" geht es wieder um die Mythologie,um Krieg und um die Walküren, die die gefallenen Krieger nach Walhalla bringen. Das Lied hat einen traurigen Klang, es basiert auf der Musik von Edvard Grieg und auf färöischen und norwegischen Volksweisen.
Zum Schluss hörten wir noch das Lied "Blood of Heroes" von der letzten CD "Valkyrja" aus dem Jahr 2013, dazu wurde aber nichts gesagt.
Unser nächstes Thema ist Black Metal. Im Learnweb stehen hierzu vier Texte, für zwei davon haben sich Gruppen gebildet, die die Texte lesen und in der nächsten Sitzung vorstellen werden.Es handelt sich um folgende Texte: The " failure " of youth culture von Keith Kahn-Harris und Blacker than Death : Recollecting the " Black Turn " in Metal Aesthetics von Ian Reyes.

torsdag 26 maj 2016

Pagan-Metal - Ein Begriff, viele Aspekte

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Nachdem wir uns in den vergangenen Sitzungen anhand von musikalischen Eindrücken und einem Film hauptsächlich audiovisuell mit dem Phänomen Heavy Metal befassten, ging es in der fünften Sitzung von der Praxis vertiefter in die Theorie. Um unsere bunt gemischte Truppe auf ein ähnliches Wissensniveau zu bringen und somit spezifischer diskutieren zu können, haben wir drei Texte zum Thema Pagan-Metal gelesen und im Folgenden die wichtigsten Erkenntnisse besprochen.
Die schwedische Band Bathoty hat eine wichtige Rolle für
die Entwicklung des Genres "Pagan Metal" gespielt.
Bei den ausgewählten Forschungstexten handelt es sich um
Pagan metal von Deena Weinstein, Barbarians and Literature – Viking Metal and its Links to Old Norse Mythology von Imke von Helden sowie 'Hold the Heathen Hammer High`: representation, re-enactment and the construction of `Pagan`heritage von Steven P. Ashby und John Schofield. In allen Texten waren sowohl zahlreiche Gemeinsamkeiten, als auch definitorische Unterschiede bezüglich Pagan-Metal auszumachen, weshalb sich ein Überblick über Theorien, Merkmale und zeitliche Einordnungen anbot, bevor man sich mit der Frage nach einer sinnvollen praktischen Anwendung an der Musik befassen konnte.
Nach Weinstein wurde Pagan-Metal in den 1990-er Jahren insbesondere durch die Bands Bathory, Enslaved und Amorphis ins Leben gerufen und verbreitete sich neben Skandinavien auch in den USA sowie in Großbritannien. Es ist eine Richtung, die nicht musikalisch, sondern durch seine Merkmale Natur und Heroismus definiert wird. Dabei unterscheidet Weinstein drei verschiedene Arten des Pagan-Metal:
  1. 1)  Neo-Paganism, der sich vorwiegend mit der Mystik und Hexenkraft beschäftigt,
  2. 2)  Roots-Paganism, der sich vorwiegend mit dem Kulturerbe eines Volkes beschäftigt und
  3. 3)  Chauvinistic-Paganism, der sich vorwiegend damit beschäftigt, alle anderen Theorien und
    Richtungen zu kritisieren und abzulehnen.
Gemeinsam kann jedoch festgehalten werden, dass Pagan-Metal sich als eine Art des Folk-/ Viking- Metal versteht.
Von Helden sieht die Ursprünge des Pagan-Metal bereits in den 1980-er Jahren, ebenfalls anhand der Bands Enslaved, Bathory sowie Amon Amarth. Für sie bildet Pagan als Äquivalent des Viking- Metal ein Subgenre des Heavy-Metal, welches sich in erster Linie mit Vikingerkultur, Mythologie, religiöser Unterdrückung, pre-christlicher Religion, Alkohol, Natur und Sprache befasst. Dabei werden zwei verschiedene Theorien verwendet. Zum einen Pagan-Metal als Eskapismus, als romantische Verklärung von Heldentum, Kampf und Zusammenhalt und zum anderen der Versuch der historisch korrekten Darstellung der Vikingervergangenheit. Insbesondere für letztgenannte Theorie werden gerne und häufig alte Saga-Texte durch Zitation, Interpretation oder Nacherzählung vertont. Im Gegensatz zu einigen ihrer Forschungskollegen sieht von Helden keine starke Bezeihung zwischen Viking-Metal und Religion.
Ashby und Schofield gehen das Thema Pagan-Metal kulturanthropologischer an, indem sie sich in erster Linie mit „heritage“, mit dem (Kultur-) Erbe beschäftigen und untersuchen, wie Geschichte in den zahlreichen Liedtexten verwendet wird und was jene Verwendungen über die aktuelle Gesellschaft und Kultur aussagt. Für sie zeichnet sich Pagan-Metal durch die Beschreibung und Kultivierung historischer Plätze , durch Volkslieder und Mythen aus, die anhand ihres Kulturgutes als Spiegel für unsere Zeit dienen können.
In diesem Sinne verkörpert insbesondere die Band Tyr nach Ashby und Schofield eine charakteristische Pagan-Metal-Band.
Da Tyr sich zudem auch in unserer Gruppe als eine der favorisierten Bands hervortat, bot es sich also an, sämtliche erarbeitete Theorien und Merkmale zu Fragengruppen zu formulieren und diese
im Folgenden an Liedern von Tyr, sowohl aus älteren, als auch aus jüngeren Jahren zu beantworten. So gilt es zu untersuchen:
* welcher der Weinsteinschen Pagan-Formen Tyr zuzuordenen ist  
* welche Sprache verwendet wird und was das über die nationale und internationale Entwicklung von Pagan-Metal aussagen kann  
* wie sich die Texte über die Jahre entwickeln 
* welche der zahlreichen in den drei Forschungstexten genannten Merkmale auf Tyr zutrifft  
* welche politischen, religiösen oder gesellschaftlichen Aspekte aufgegriffen werden  
* ob Tyr eher eskapistisch oder historisch korrekt arbeitet (z.B. heroische oder alltägliche Vikingerdarstellung)

måndag 9 maj 2016

Nachbesprechung des Filmes und Themenfindung

In der vierten Sitzung unseres Seminars, die hauptsächlich mit der Nachbesprechung des Filmes und der Themenfindung gefüllt war, haben wir zuerst anmerken müssen, dass für uns wichtige Genres im Film nicht behandelt wurden. Metal - A Headbangers Journey behandelte oberflächlich die Genres, jedoch wurde vieles ausgelassen, was für uns interessant gewesen wäre, sodass wir ihn in der Hinsicht als nicht ausreichend informativ für unser Seminar ansehen konnten, abgesehen davon, dass er 2006 veröffentlicht wurde und deshalb zu alt für die direkte Anwendung auf den Metal der heutigen Zeit ist.Der Regisseur und Interviewer Sam Dunn behandelte nicht den Pagan Metal, welcher in Skandinavien sehr weit verbreitet und für uns aufgrund der wikinigerrelatierten Texte interessant ist, genausowenig wie viele andere Genres, beispielweise den Progressive Metal, welcher mit Opeth mit einem der größten Vertreter des Genres in Skandinavien aufwartet.
Desweiteren beschäftigte uns die Textanalyse, welche in Zukunft ebenfalls ein Hauptthema des Seminars sein wird. Was wird in den Texten behandelt? Kann Death Metal auch textlich wichtig sein, obwohl man nichts versteht? Was finden Fans des Metal an unverständlichen Texten so interessant? Und wieso behandeln gerade die Skandinavier ihren kulturellen Hintergrund der Wikinger so intensiv im Metal?
Auf einige Details der gesellschaftlichen Anerkennung im Metal gingen wir ebenfalls ein, mit der Hauptfrage: Ist der Metal in der heutigen Zeit verpöhnt oder ist das ein Relikt aus "alter Zeit"?
Eine Meinung aus den Anfängen der Musikrichtung wurden im Film angesprochen: Der Metal sei in seiner Agressivität schlecht für die Jugend und würde zu Verrohung und einem Werteverlust der zukünftigen Generation führen, jedoch ist diese These von uns widerlegt worden: der Metal sei zwar immer noch ein Genre der Randgruppen und Außenseiter, früher von der jungen Arbeiterklasse gehört, sich heutzutage aber durch alle Schichten ziehend, käme er immer weiter im Zentrum der Gesellschaft an und wäre somit nicht nur für ein junges Publikum ansprechend, sondern käme auch bei älteren Leuten teilweise immer noch, andererseits aber auch seit Kurzem gut an.
Im letzen Drittel der Sitzung beschäftigten wir uns dann mit der Themen- und Forschungsliteraturfindung. Unsere Suche war nicht von besonderem Erfolg geprägt, jedoch hat uns der Titel: Hold the heathen Hammer high von Stephen P. Ashby und John Shoffueld zugesagt, sodass wir beschlossen ihn ab der nächsten Sitzung näher zu behandeln. Der Titel des Artikels ist ebenfalls der Name eines Liedes der Band Týr, weshalb er auch einige Kursteilnehmer ansprach.